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Kulturhauptstadt 2010 – part II


Heute dreht sich alles um den Wettbewerbsteilnehmer Braunschweig. Dass die Agentur Gingco die Stadt Braunschweig berät stimmt ja nicht ganz, sie haben ausschließlich die Internetseite gestaltet und umgesetzt. Netterweiße existiert Gingco New Media auch erst seit 1999 in Braunschweig auf dem Markt – also ein klassischer New-Economy-Ableger einer Werbeagentur. Viel witziger an der der ganzen Geschichte finde ich aber die Hauptsponsoren der Stadt:

Mit der DSM GmbH hat man eigentlich schon gewonnen!!! Die „Deutsche Städte Medien“ ist der größte Vermarkter von Werbefreiflächen in Deutschland – die wiederrum kürzlich vom größten europäischen Anbieter Ströer geschluckt wurden. Braunschweig ist auch die einzige Stadt neben Wolfsburg in der die „Volkswagen Bank“ (weiterer Hauptsponsor) mehr als eine Filiale betreibt. Die Firma ECE kannte ich bis jetzt auch nicht, ist aber auch bei uns kein unbekanntes Blatt: Sie bauten unter anderem den Franken-Center und City-Point in Nürnberg, Rotmain-Center in Bayreuth sowie den Potsdamer Platz komplett neu! 2006 soll in Braunschweig die Schloss-Arkaden eröffnet werden – was liegt da näher, als sich mit der Stadt gut zu stellen und schon mal den einen oder anderen Euro fließen zu lassen…

Musikalisch muss das ganze natürlich auch begleitet werden… von keinem geringeren als der Jazzkantine natürlich! Braunschweich, Braunschweich verkauft sich dadurch vielleicht etwas besser. Und wenn nicht, dann kann man zumindest drauf hoffen in 6 Jahren nochmal ne Goldene Schallplatte zu produzieren…

Sehr kritisch beleuchtet wird das Thema „Braunschweig“ in der taz. Hier ist zu lesen, dass die Bewerbungsschrift profillos sei und kein fünkchen Chance gegen Potsdam und Co hätte. Ich für meinen Teil muss zwar sagen, dass mir das Motiv der CityLight-Plakate sehr gut gefällt – aber von den anderen Städten hat man ja bis jetzt auch noch nichts gehört…
Letztendlich haben es ja nicht die Bürger zu entscheiden welche Stadt Kulturhauptstadt werden wird, sondern in erster Linie der Bundesrat und das Auswärtige Amt in Berlin, die wiederum ihren Favoriten an den Europäischen Kulturausschuss weiterleiten – der dann, Herbst 2005, die beiden Gewinner (Deutschland und Ungarn) bekannt geben wird.

Kulturhauptstadt zu werden hat einige Vorteile! So bekommt man vom Europäischen Parlament bis zu 1 Million € an Ausgaben erstattet und heimst das Prestige natürlich gleich mit ein. Ab 2009 wird es 2 Kulturhauptstädte gleichzeitig geben: jeweils ein altes und ein neues Mitgliedsland der EU.
Wer mehr über das Bieterrennen erfahren möchte, ist beim NDR gut beraten.

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