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Sweeney Todd – Blutrunst in A-Dur


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Ich mag die Kombo Tim Burton, Johnny Depp und Helena Bonham Carter! Da kommt immer was bei rum. Diesmal heißt es aber leider für deren Werk Sweeney Todd „Vergeben und Vergessen!“. Dass man unter einer Musical-Verfilmung verstehen darf, dass gesungen wird, ist die eine Sache. Die andere ist, dass Film Film ist, und ein Musical meinem Empfinden nach eben auf die Bühne und nicht auf Celluliod gehört. Der Film ist stellenweise unerträglich. Und zwar nicht weil mit brutaler visueller Kraft eine Kehle nach der anderen über die gesammte Breite der Leinwand aufgeschlitzt wird, sondern weil Tim Burton es nicht schafft, mit der Musik die absurde Blutrunst beider Charaktere (Depp und Carter) auf ein absurdes Niveau zu hieven.
Da mag Johnny Depp nun als Sänger glänzen wie er will, Burton hätte eine Schraube namens Absurdität noch mehr anziehen müssen. Weniger Gesang, straffere Erzählung und hier und da mehr Sprache hätte dem Film gut getan. Eine Teufels Tour de Force hätte es sein können, ein Ritt zwischen Genie und Wahnsinn. Geworden ist es ein gut ausgestattetes, sehr schön gefilmtes, aber falsch getimtes Singsang-Filmchen, bei dem der Chorus einiger Lieder 2 Mal zu oft kommt. Am Ende sitz man im Kino und fragt sich, warum man im Kino ist. Keine Botschaft, nicht mal die, das Blutausch sinnlos ist. Kein Mitgefühl, kein Verständnis, kein Identifikationpotenzial! Kaum Spannung – keine Auflösung!
Und unter uns – auch die Musik gefiel mir nicht.
Schade, aber lehrreich!

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