Nachdem die Gerüchte und Spekulationen immer größer werden, was denn der neuste Coup von Apple sein mag, wag ich mal einen kleinen Ausblick und möchte mal einige Produkte und Geschehnisse rund Cupertino der jüngsten Zeit Revué passieren lassen.

Was wird das nächste Produkt von Apple sein?

eBook-Reader sind Zweifels-ohne am Kommen. Aber MP3-Player waren damals auch schon auf dem Markt, als der erste iPod kam und ihnen allen zeigte, wie es richtig geht. Apple wird mit Sicherheit eine Mischung aus Netbook und eBook-Reader auf den Markt bringen. Es wird aber nicht als solches wahrgenommen werden. Dafür sprechen einige Aspekte der Vergangenheit:
Apple hat nie ein Me-too-Produkt auf den Markt gebracht sondern alles mit einer gewissen Rafinesse verfeinert und geschickter verquickt et voilà: fertig ist der neue Hype.

Apple hat vor kurzem Lala.com gekauft, verhandelt neue Nutzungsverträge mit der Musikindustrie, stellt neue Mitarbeiter für Kartografie ein, patentiert eine Kamera, die über das ganze LCD-Display hinweg “sehen” kann. Was soll das alles bedeuten? Nun ja. Hier meine Meinung dazu:

Lala zu kaufen, und es Google vor der Nase wegzuschnappen, war eine glückliche Fügung. Musik wird in Zukunft nicht mehr als Eigentum erworben, sondern die Nutzung für sich wird bezahlt. 0,10 € pro Musikstück sind im Gespräch. Würdet ihr das bezahlen? Könnte man sich überlegen. Mit mobileMe hat Apple auch die ersten Cloud-Gehversuche hinter sich gebracht. Mit Lala würden sie den ersten großen SaaS-Dienst starten um den iPod für die Zukunft vorzubereiten: das alles und überall Web.

Hat man schon mal gehört. Und das Internet hat man doch ständig um sich herum, möchte man denken. Aber so richtig stimmt das nicht. Es ist immer noch zu aufwendig um an Informationen heranzukommen. Google Navigation zeigt hier bereits wo es lang geht. Sprachdienste werden der nächste große Hype werden – das Gerät wird mittels Gestensteuerung etwas in den Hintergrund geraten. Das soll nicht heißen, dass man gar nichts mehr lesen muss, das wäre vermessen. Aber wie wäre es, wenn Apples – ich nenn es mal iSlate – erkennt, dass man am unteren Rand des Bildschirms angelangt ist, und blättert automatisch für einen um. Alles bereits technisch machbar und letztlich kein großer Kniff, würde einem das Bedienen aber gehörig erleichtern. Die neueste MightyMouse kann man an seiner Oberfläche mittels Multitouch bedienen. Wie wäre es, wenn das komplette Gerät dies erkennen würde? Ich könnte schreiben und Programme steuern und dennoch alles im Blick behalten. Und ein kleiner Traum würde wahr werden: Mittels iSight (die Kamera steckt ja im Display) kann ich endlich meinem Gegenüber ins Gesicht sehen, während ich mit ihm chatte.

Apps wird es weiterhin geben, diesen Markt wird sich Apple nicht zerstören – dafür ist es einfach eine zu gute Goldgrube. Aber evtl werden die Apps zu besseren Widgets werden und mehrere Anwendung können parallel auf einem Desktop ablaufen – aber das wäre noch nicht mal nötig. Die meisten Nutzer sind mit der derzeitigen Situation hierbei zufrieden. Musik hören, wird das einzige bleiben, dass ein Mensch parallel zu anderen Tätigkeiten gleichzeitig machen kann – also warum daran etwas ändern?

Die Maps-Anwendung kann den einen Sinn haben, sich von Google etwas unabhängiger machen zu wollen; zumal Google im nächsten Jahr mehr und mehr exklusive Services für “noch Nischen-Produkte” launchen wird (siehe goo.gl, Google Navigation, Google Goggles etc.) – es wird also wieder einen heißen Konkurrenzkampf geben.

SaaS wird der große Markt werden. Die Konsumenten werden wieder nach Nutzungsdauer bezahlen dürfen – bis wieder irgendjemand mit einer Flatrate rauskommt und alles wieder von vorne beginnt.