Spruch des Tages #1
Sigmar Gabriel (Bundesumweltminister - SPD): Aber wenn wir jeden, der bei uns mal Blödsinn erzählt oder uns Probleme macht, ausschließen, dann wird’s auf die Dauer einsam.
(Quelle: SPIEGEL ONLINE)
Endlich wieder Internet
Ab morgen hab ich endlich wieder Internet zuhause. Immerhin hats 5 Wochen seit Beauftragung für die neue Adresse gebraucht. Wahnsinn wie lange sowas dauert. Und passend zum trouble mit Kabel Deutschland hat Alice ein tolles zwingendes Prozedere, dass man seine Geräte tauschen muss… warum das so ist, konnte mir aber auch Alice nicht erklären - die kleine Göre…
Nachtrag: Gibt wohl doch noch kein Internet
Anschließen ging schnell und unkompliziert. Gab zwar noch eine kleine Wartezeit wegen der Aufschaltung der Telekom, aber dann hab ich zusammen mit der Hotline von Alice festgestellt, dass ich eine 10db-Schräglage habe…
nein, Schmarrn - mein Splitter hat wohl beim Umzug einen Schlag bekommen und leitet keine Befehle mehr weiter
Muss also erstmal ausgetauscht werden. Am Montag/Dienstag ists dann aber hoffentlich alles betriebsbereit
Dieses Anliegen ist aber mal mehr als durchsichtig…
Gerade bei der Konkurrenz zum lawblog gelesen:
Berliner Kriminalbeamte fordern angesichts der jüngsten brutalen
Attacken auf Busfahrer und Fahrgäste die Freifahrt für Polizisten in
Zivil. Auch Justizbeamte könnten für mehr Sicherheit sorgen, wenn sie
in Bussen und Zügen gratis mitfahren dürften. Doch die BVG lehnt dies
bislang ab.
Das Anliegen der Berliner Kriminalbeamten ist ja mal mehr als durchsichtig! Denen gehts doch gar nicht darum Strafen zu verfolgen oder zu vereiteln. Die wollen doch einfach nur kostenlos öffentliche Verkehrsmittel nutzen dürfen! Bei der Bahn ist das eigentlich ganz cool geregelt. Dort dürfen Polizeibeamte und Soldaten in Uniform kostenlos mitfahren und werden noch nicht mal (oder kaum) kontrolliert*. Einfach was Grünes anziehen - immer leicht mürrisch in der Gegend rumschauen - und schon tingelt man kostenlos von München nach Hamburg… oder nach Berlin *g*
*natürlich besitzen sie zusätzlich noch einen offiziellen Beförderungsschein
Akt I, Szene 3
Die Kabel Deutschland Marter, Akt I Szene 1, Akt I Szene 2
Der Keller
“10! db! Schräglage!” - die apokalyptischen Worte Jürgens hallen weit durch die Flure von Texterchens Wohnung. Der Abgesandte des “Jürgen-Marco-Syndicats” (im folgenden weiterhin nur “Jürgen”), verschwitzt von der Anstrengung der Messung, steht fassungslos in der Mitte des Raumes. Das Texterchen starrt betrübt auf die Kabel Dose.
Texterchen: “Jürgen, was machen wir jetzt?”
Jürgen: “Ich muss zum Kabelverteiler, ein grauer Kasten! Schnell! Wo?”
Texterchen: “Dieser typische Kabelkasten wo POST draufsteht?”
Jürgen: “Ja genau! Wo ist der?”
Texterchen: “Na, im Keller!”
Texterchen führt Jürgen an den wichtigen Kasten. Ein äußert kompliziertes Gerät mit 4 Leitungen, grau, quadratisch, mit der Prägung POST im Plastikdeckel. Es ist irgendwie provisorisch in den muffigen Sandstein der Kellerwände angebracht.
Jürgen: “Ich brauche Schraubenschlüssel! Die hab ich nicht dabei! Wie soll ich ahnen, dass ich als Servicetechniker in so finstere Gewölbe absteigen muss und 4 Schrauben lösen muss, um an die Kabeldosen zu kommen?”
Texterchen: “Jürgen, ich hole dir was Du brauchst. Gott sei Dank habe ich mir bei Aldi für 12 Euro ein Chrom-Vanadium Schlüsselset gekauft, erst heute morgen. Ich gehe hoch und hole es dir sofort!”
Während des Texterchen das Schlüsselset holt, präpariert Jürgen seine Apparatur…
Texterchen: “Hier Jürgen, damit sollte es gehen…”
Jürgen: “Sauber! Jetzt brauche ich noch ne Zange…”
Texterchen: “Klar Jürgen, ich geh noch mal…”
Etliche Minuten später…
Jürgen hat alle Kabel vom grauen Kasten abgezogen (im Haus hat nun keiner mehr Fernsehen, noch Radio) er stöpselt seine Apparatur ein, unheimliche Stimmen erklingen.
Jürgen: “Ja ne ist klar! Das Signal ist hier unten stark genug, nur auf dem Weg zu den Dosen in der Wohnung geht uns alles verloren! Klarer Fall, wir müssen einen Verstärker aufbauen. Ich ruf den Andi an.”
Andi, 23 Jahre, schmächtig, nichts besonderes, wird in wenigen Minuten eintreffen. Er ist ebenfalls ein Servicetechniker der HMKD und nur er weiß wohl, wie man einen Verstärker aufbaut (bzw. nur er hat wohl überhaupt einen dabei).
Texterchen: “Jürgen, wie lange wird den das Aufbauen des Verstärkers dauern?”
Jürgen: “Ich will mich nicht festlegen, aber eine bis anderthalb Stunden sicherlich. Aber der Andi hilft ja!”
Texterchen: “Jürgen, jetzt arbeiten wir schon seit fast 3 Stunden, ich müsste jetzte mal in meine echte Arbeit. Und Internet ist ja nicht mal in Sicht. Denn selbst wenn wir die 10 db Schräglage ausgleichen, darfst ja du immer noch nicht meinen Mac anfassen, weil Du nicht weißt wie du ihn anfassen musst. Und Telefon hab ich dann auch immer noch nicht…”
Jürgen: “Kein Thema, ich ruf die Dispo an, dann machen wir einen neuen Termin klar.”
Jürgen wählt flink eine Nummer, eine schrille Stimme erklingt verzerrt durch das Handy. Es ist die “Dispo” – Ort der Koordination der Unfähigkeit. Hier wird über das Schicksal vieler hundert Kunden entschieden. Hier wird entschieden, welcher Servicetechniker wohin gesandt wird. Ein gefährliches Vabanque-Spiel auf Leben und Tod, auf Kabel oder nicht Kabel…
Jürgen (ins Handy): “Ja, die Kundin steht genau neben mir…nö…ja….ja, ich hab hier schon seit 8 Uhr alles überprüft, wir müssen einen Verstärker aufbauen….ja….nö…in 2 Wochen? Alles klar!”
Jürgen: “So, in zwei Wochen kommt ein Kollege, der wird den Verstärker aufbauen…”
Es klingelt. Andi, schmächtig, nichts besonderes, steht vor der Tür. Er findet bald heraus, dass er völlig umsonst hergefahren ist. Aber das ist ihm ziemlich Wurscht. Er findet es viel toller dem Texterchen ausführlich zu erzählen, dass er in genau dieser Straße aufgewachsen ist, dass er hier und da ein Praktikum gemacht hat, dass er gerne hier gewohnt hat, dass er jetzt woanders wohnt, dass sein Vater hier und da gearbeitet hat, dass er hier und da geparkt hat, dass er nicht weit laufen wollte, dass er sich ja auskennt, dass…Texterchen unterbricht!
Texterchen: “Jürgen, Andi, schön, dass ihr da ward, aber ich muss los. Ich seh Euch dann in 2 Wochen…”.
Jürgen: “Nö, nö, da kommt der Marco! Der wird Bescheid wissen, weil ich ihm einen Plan schreibe, was genau ich hier gemacht habe und was genau er noch machen muss.”
Jürgen beginnt eine ausgefeilte Nachricht zu verfassen. Texterchen nimmt an er gibt Marco genaueste Zeichnung der Kabeltopographie, des grauen Kastens, der 10 db Schräglage.
Jürgen: “Heben Sie das gut auf, dass erspart Marco viel Zeit!”
Texterchen nimmt den Zettel an sich – und ist völlig schockiert!
Und demnächst: Akt 2, Szene 1 – Der Zettel
Brave New Telekom
Bevor wir mit unserer Kabel Deutschland Marter in Akt I, Szene 3 in den Keller gehen… – this just in.
Der Rosa Riese setzt auf das web und versucht sich transparent und aufgeklärt.
Der richtige “Counterstrike” in Zeiten wie diesen – und dringend notwendig. Man erinnere sich:
Der interne Lauschangriff
Job-Abbau: 32 000 Mitarbeiter sollen gehen
Aus den Tiefen der Telekom - der Brief an René Obermann
Schlechte Schlagzeilen? Zeit für einen Facelifting! Zeit auch, dass René Obermann direkt zu uns spricht. Die Kampagne “Die Neue Telekom” ist da - und soll uns aufklären.
Aufklären über den Umbau der Telekom, über die Hintergründe, über die Notwendigkeiten.
Ich sehe davon weit und breit nichts.
Ich sehe nur Herrn Obermann der für das iphone3G wirbt.
Wir bleiben dran, Herr Obermann!
Schräglage - Wichtige Unterbrechung
Wir unterbrechen die aktuellen Meldungen für eine wichtige Mitteilung:
Schräglage bezeichnet die Ausrichtung eines Objektes zur einem horizontalen oder einem vertikalen (lotrechten) Bezugssystem oder die relative Lage zwischen einzelnen Objekten. Bei Fortbewegungsmitteln bezeichnet Schräglage die Neigung eines Objektes um seine Längsachse gegenüber der Normal- oder Ruhelage.
Im übertragenen Sinn bedeutet Schief- oder Schräglage eine materielle oder kommunikative Situation, die dem Thema nicht angemessen ist, oder eine subtile Form der Diskriminierung.
(Quelle: Wikipedia - Schräglage)
Schräglage gibt es auch bei Zweirädern (sehr drollig erklärt!) sowie bei Schiffen - jedoch nicht in der Telekommunikation oder der Fernmeldetechnik
…liebe HMKD!
Akt I, Szene 2
Die Kabel Deutschland Marter
Akt I, Szene 1 – Die Bestellung
10 db Schräglage
Texterchens Büro, das Handy surrt. Eine sms erscheint:
“Werter Kunde, bezügl. Ihres Internet/Telefonanschlusses der Heiligen Mutter Kabel Deutschland bitten wir zur Terminvereinbarung um Rückruf unter 070030077777.”
Texterchen ist erfreut. Es geht trotz des Telefonats mit Maria Bart-Husch voran. Es greift zum Hörer und wählt die Nummer. Das “Jürgen-Marco-Syndicat” meldet sich - ein outgesourcter Dienstleister der Heiligen Mutter Kabel Deutschland, der “Service Techniker” in die Welt sendet um Kunden das Internet zu bringen.
Es wird ein Termin vereinbart. 8:00 Uhr morgens, an einem Mittwoch in zwei Wochen.
Bis dahin werden schon 4 Wochen seit der Bestellung vergangen sein. Keine Telefon, kein Internet. Texterchens Handy wird stark beansprucht werden, sehr zur Freude simyos.
Zeitsprung - 2 Wochen später
Texterchens Wohnung. Mittwoch 8:00 Uhr. Texterchen sitzt am Tisch und wartet ungeduldig. Die Uhr tickt.
8:07 Uhr – nüscht (wie Frau Bartusch sagen würde)
8:12 Uhr nüüüüüscht!
8:19 Uhr nüüüüüscht und nochma nüscht!
8:31 Uhr nüscht, nüscht, nüscht!
8 Uhr schlag mich tot – es klingelt. Das “Jürgen-Marco-Syndicat” mit Heiliger Mutter Kabel Deutschland Aufnäher steht vor Texterchens Tür. Es hat einen großen Koffer in der Hand. Es wird hereingebeten und ins Arbeitszimmer geführt, wo alles schon vorbereitet ist. Im folgenden soll dieser Vertreter des Syndicats einfach nur Jürgen heißen.
Jürgen, erblickt den Mac:
“Aha, jetzt haben wir schon ein Problem!”
Texterchen:”Jürgen, was soll das heißen?”
Jürgen:”Darum bin ich ja so spät. Wir haben im Syndikat verzweifelt jemanden gesucht, der sich mit Mac auskennt. Jetzt wurde ich geschickt, obwohl ich mich nicht auskenne! Ich kann Ihnen gleich sagen, da kann ich nichts machen. Ich bin nur für PC ausgebildet. Einen Mac darf ich nicht mal anschauen!! (Er mein natürlich anfassen, aber es geht auf das gleiche hinaus).
Texterchen: “Jürgen, das ist wohl ein schlechter Scherz. Laut Heiliger Mutter Kabel Deutschland habe ich doch “Komplett-Service”. Was machen wir jetzt?”
Jürgen: “Jetzt prüfe ich erstmal, ob Sie hier überhaupt Internet via Kabel nutzen können!”
Texterchen: “Aber Jürgen, das hab ich im Internet selber schon gecheckt und ausserdem hat mir das die Heilige Mutter Kabel Deutschland auch bei der Bestellung versichert!”
Jürgen ist unbeirrt. Er wirft sich sofort auf den Boden vor die nächsten Kabeldose, öffnet seinen Koffer. Es ertönen seltsame Stimmen. Er bedient verschiedene Knöpfe und Schalter, eine Teufelsapparatur! Wie von Sinnen hetzt er durch Texterchens Wohnung, wirft sich nieder, misst, notiert, springt auf, wirft sich im nächsten Zimmer wieder, misst, murmelt, notiert, springt auf und wirft sich erneut nieder. Nach einer Stunde erklingt es sodann aus Jürgens Mund wie ein Weltuntergang:
Wir haben 10 db Schräglage!
10! db! Schräglage!
Und bald:
Akt I, Szene 3 – Der Keller
Akt I, Szene 1
Die Kabel Deutschland Marter
Das Texterchen betritt die Bühne. Eine Büroszene, ein Telefon, das Texterchen wählt.
Ein Call-Center, irgendwo in Brandenburg, Stimmengewirr und am Apparat erklingt
HMKD mit halb betrunkener, sich überschlagender Stimme: “Schönen guten Tag mein Name is Maria Bartusch, was kann ich für Sie tun?”
Das Texterchen erkundigt sich emsig nach dem paket phone und internet COMFORT (!), und gibt an einen Mac Laptop zu besitzen.
Maria Bartusch-sch-sch (man nennt sie auch Nuschel-Uschel): “Das ist kein Problem, da machen wir “Komplettservice”, das kostet Sie nüscht.”
Texterchen: “Ok, schön, aber was ist mit diesem “High Secure Professional Paket”, was ist das überhaupt?
Bartusch: “Das is zu Ihrer Sicherheit und die ersten 3 Monate kostenlos. Danach zahlen Sie 4 Euro irgendwas monatlich.”
Texterchen: “Das funktioniert doch aber nur auf dem PC, nicht auf dem Mac, oder?”
Bartusch-husch: “Moment, da muss isch nachfragen ….. *eine dudelige Musik wird eingespielt*… der Kollege meint, das funktioniere nur auf dem PC, da haben Sie recht!”
Texterchen: “Dann möchte ich die Leistung aber auch nicht, denn ich kann Sie nicht benutzen.”
Bartusch: “Das geht leider nicht, die Leistung müssen Sie nutzen. Die ist fest im Paket.”
Texterchen: “Aber das kann ja kaum möglich sein! Warum soll ich etwas benutzen, was ich gar nicht haben möchte, weil ich es gar nicht benutzen kann?”
Bartuuuuusch: “Moment bidde, da muss ich nochmals bei meinem Kollegen nachfragen “duudeldudelduuuuu*…Hallo hören Sie? Wir nehmen High Secure Professional aus Ihrem Paket raus.”
Texterchen: “Na herzlichen Dank. Wann ist denn mit einer Installation zu rechnen?”
La Maria: “Frühestens in 3 Wochen? Wünschen Sie einen Telefonbuch Eintrag?
(Texterchen bejaht. Bis heute steht es nicht im Telefonbuch!)
Texterchen: “Und Sie sind sicher, dass es am Mac keine Probleme macht? Ich hab da schon Erfahrungen in dem Bereich.”
Maria B: “Nein, wir machen Komplettservice, das wird alles gemacht, verstehen Sie?”
Das Texterchen legt leicht skeptisch auf. 3 Wochen später wird es mit dem Jürgen-Marco-Syndikat Bekanntschaft machen. Und das Trauerspiel seinen Lauf nehmen.
Das war erst der leichte Auftakt.
Demnächst: Akt I, Szene 2 – Die 10 db Schräglage